Madre Assenza

über Madre Assenza von Massimo Daviddi

Fünf Jahre nach dem Schweizer Literaturpreis für Il silenzio degli operai (Milano, La Vita Felice, 2012) geht Massimo Daviddi in seinem neuen Band von der Verslyrik endgültig zu Prosagedichten über. Madre Assenza besteht aus kurzen, in rhythmischen Sätzen skizzierten Bildern, die mit einem Minimum an Erzählung auskommen. Sie evozieren kurze Momente, Gesten und verschiedene Arten der Stille - ein Schlüsselwort, das in verwandelter Form seit dem Titel immer wieder auftaucht. Der mitfühlende Blick des Dichters entnimmt diese Momente dem Alltag und entreißt sie dem Vergessen, wenn er von uns spricht "die wir uns anders wollen, den Ereignissen, den Eltern, dem Tag entronnen".

(Matteo Ferrari, Übers. rg, "Viceversa Literatur" n. 12, 2018)

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