Unaufgeregte Poetik

Beat Mazenauer über Gegensonnen von Ariane Braml

Die Topoi Natur und Garten spielen in Ariane Bramls Gegensonnen eine zentrale Rolle. Bäume und Vögel prägen ihre lyrische Bildsprache. Die Reize der Einfachheit bleiben daher zwiespältig: die wunderbare Schlichtheit klingt zuweilen etwas allzu harmonisch:

Auch die Spinne
die voll Eifer
ihr Netz webt
als zerrisse kein Tod
ihr Werk
beruhigt mein Herz

Eine solche Naturlyrik bleibt im Mikrokosmos verhaftet, sie konzentriert sich auf Topoi wie Werden und Vergehen, Träumen und Wachen – unter starker Selbstbeobachtung durch das lyrische Ich in einer formal zwar vielfältigen, doch oft allzu unaufgeregten Poetik.

Aus: «Kosmos und Mikrokosmos. DIE REIHE im Wolfbach Verlag, Jahrgang 2019», Fokus von Beat Mazenauer, 13.01.2020

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