klonk

Beat Mazenauer über klonk von Beat Gloor

Auszug aus: Fokus «Sprache als Spiel [mit Tiefsinn]» in www.viceversaliteratur.ch, 13.8.2019)

Beat Gloor setzt in seiner konkreten Poesie die Schrift wörtlich ins Bild. In zwei Bänden, mit konk und klonk überschrieben, bietet er ein Sammelsurium an sprach-bildspielerischen Variationen in allen möglichen Richtungen – beispielsweise in Form von:

Ableitungen mit und ohne Laufmaschen (von «last but not least» → @las✝),
Ähnlichkeits- und Spiegelpaaren («mami – imam»),
Hörstürzen («lard pour lard»),
Permutationen und Anagramm-Gedichten,
Scrabble-Bildern,
sprachlichen Paradoxa,
typographischen Spielformen,
visueller Poesie à la Stundenglas.

Beat Gloor nimmt dabei gerne Rekurs auf die reiche Tradition von Bild-Gedichten im Mittelalter und der frühen Neuzeit, die speziell seit Mallarmés «Würfelwurf» von grossen Sprachvirtuosen wie den Dadaisten oder den visuellen Poeten experimentell weitergetrieben worden sind. Beat Gloor tut dies gleichsam mit einer «vierfachen verneinung»:

un
ent
weg

«Konkrete Poeten», hält er in einem kurzen Text fest, «treten hinter ihre 'Werke' zurück. Die Schätze liegen in der Sprache selbst, in ihrer Fähigkeit, mit der materiellen Wirklichkeit immer wieder neu in Beziehung zu treten: sie abzubilden, zu illustrieren oder zu stören.» Letzteres, also ein sprachkritischer Impetus, spielt auch in diesen beiden Bänden mit. Schlussendlich aber obsiegt doch die pure Lust an der Ab- und Verwandlung, die hier indes auch zu Wiederholungen neigt. Es ist nicht alles neu, was in den beiden Bänden steckt. Zuweilen sind die Muster gut bekannt, handkehrum tauchen darin abstrakte Kreationen aus Buchstabenfolgen auf, die sich zu reinen Texturen überlagern und jeden Anspruch auf Text oder Sinn aufgeben. Oder Wortvariationen, die ihre Bedeutung aus sich selbst hervorbringen wie (verkürzt zitiert):

widerstand
wi e derstand
wieder stand

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