Beim ersten Mal verschwindet die Cousine nur, um bald zurückzukehren. Dann verschwindet sie für immer. Zurück bleibt der trauernde Erzähler, der sie literarisch nochmals in Erinnerung ruft. Sie beide sind Kinder einer italo-albanischen Minderheit, der Arbreshë. Sie kamen mit ihren Eltern in die Schweiz, wo sie Ausgrenzung erfuhren, um dennoch ganz schweizerisch zu werden. Die heimische Sprache war ihnen gemeinsam. Doch mit ihrem Tod geht ein Stück dieser Sprache verloren. Francesco Micieli hat aus seinen Erinnerungen an seine Cousine ein Requiem geschaffen, das präzise erzählt und zugleich etwas poetisch Schwebendes behält. (Beat Mazenauer in Viceversa 14, 2020)