Anhand der erschütternden Geschichte eines Mädchens widmet sich Luca Brunonis zweiter Roman dem traurigen Schicksal von Tausenden von Kindern, die zwischen den 20er- und den 60er-Jahren in der Schweiz geboren wurden. Nach dem tragischen Tod ihrer Mutter muss die dreizehnjährige Ida aus dem städtischen Umfeld ihres bisherigen Lebens in ein abgelegenes Bergdorf ins Berner Oberland ziehen, wo sie einem Bauernpaar anvertraut wird. Das strenge und harte Ehepaar zwingt Ida, unter erniedrigenden Bedingungen auf dem Hof zu arbeiten und setzt sie Qualen aus, die das Mädchen nur dank der heimlichen Freundschaft mit Noah, dem Sohn des Bürgermeisters, übersteht – er ist der Einzige, der sie ein wenig tröstet. Ohne pathetisch zu werden verleiht der zweiteilige Roman einem stummen Leben und einem ganzen Dorf seine Stimme. (Alceo Crivelli in Viceversa 14, 2020. Übersetzung Ruth Gantert)