Repertorio dei matti del Canton Ticino

über Repertorio dei matti del Canton Ticino von AA.VV.

Ein spezielles Projekt unter der Leitung von Paolo Nori tourte schon durch verschiedene italienische Städte, bis es nun mit dem Repertorio dei matti del Canton Ticino, dem Verzeichnis der Verrückten des Kantons Tessin, bei uns angelangt ist. Unter der Leitung des Autors aus der Emilia-Romagna sammelten 19 Autorinnen und Autoren der italienischen Schweiz Geschichten über die «Irren», die sich in Dörfern und Städten tummelten oder weiterhin tummeln, und von denen man einige problemlos erkennen wird. Ein mündliches Register, das Paolo Nori am Herzen liegt, und ein einheitlicher Ton zeichnet die Erzählweise aus: die Beteiligten sollen bewusst «auf ihren eigenen Stil verzichten» und «alle gleich schreiben». Was meist auf wenigen Zeilen erzählt wird, lässt vielmals schmunzeln und legt den Schluss nahe, dass wir alle ein wenig verrückt sind, und dass jeder und jede manchmal seltsam handelt. So ist diese Textsammlung angenehm zu lesen, oft überraschend, weder vorhersehbar noch trivial. Einen bleibenden Eindruck hinterlässt sie vielleicht eher bei den Beteiligten als bei den Leserinnen und Lesern, doch man wird sie gerne wieder zur Hand nehmen und hier und da darin schmökern. (Sebastiano Marvin, Übers. rg, Viceversa hat gelesen... 17.12.2019)

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