I bi nöm bi öich versammelt vier Monologtexte. Zwei davon stammen aus den Jahren um 1980, als auch der Roman erschienen, mit dem sich Martin Frank als innovativer und frecher Mundartautor einen Namen machte: Ter fögi ische souhung. Man findet den adoleszenten Schwulen wieder, der seinen toten Freund betrauert, und auch den unverwechselbaren Ton, eine Mischung aus Kaltschnäuzigkeit und Sentimentalität. In den zwei neueren Texten sind mit dem Autor, der in der Zwischenzeit nur englische und hochdeutschen Bücher veröffentlichte, auch die Helden älter geworden: ein zynischer Computerspezialist und ein pensionierter Richter, der eine spezielle Form von Wohnen im Alter entdeckt. Die gesprochene Sprache wird in einer widerborstigen Art verschriftlicht, welche die Lektüre verlangsamt und Vertrautes fremd erscheinen lässt. Kompromisslosigkeit ist so weiterhin ein Merkmal des Mundartschriftstellers Martin Frank, der einmal nahe daran war, ein populärer Autor zu werden. (Dominik Müller in Viceversa 14, 2020)