Glasmurmeln, ziegelrot

über Glasmurmeln, ziegelrot von Karl Rühmann

In einem zunehmend turbulenter werdenden totalitären Staat, der an das Jugoslawien Titos denken lässt, erlebt ein namenloses Kind die Zeit zwischen 1963 und 1970, zwischen dem Kennedy-Mord und der Havarie von Apollo 13. Aufgrund der deutschen Herkunft seiner Mutter wird es zum Opfer der Hänselei von Mitschülern, des Argwohns der Lehrkräfte und der Verdächtigungen des Staatsschutzes. All diesen Feindseligkeiten begegnet es mit der Fähigkeit, den Ereignissen selbst erfundene Bedeutungen zu geben und sie zu Abenteuergeschichten werden zu lassen. Seine kindliche Imagination reagiert auf die Wahnvorstellungen der Erwachsenen, deren politische Paranoia groteske Züge annimmt. So verbindet der Roman sprudelnde Kinderphantasie mit scharfem historischem Durchblick. (Daniel Rothenbühler in Viceversa 14, 2020)

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