Di schöni Fanny

über «Di schöni Fanny» von Pedro Lenz

Pedro Lenz’ neuer Mundartroman ist so eindeutig in Olten verortet, dass man fast glauben könnte, die Stadt selbst sei die Hauptfigur. Fast alle erwähnten Bars und Restaurants lassen sich jederzeit besuchen. Di schöni Fanny ist ein klassischer Liebes-, Künstler- und Bildungsroman: drei erfolglose Künstler sind in die gleiche Frau verliebt, in Fanny aus Zofingen. Als Jackpot, der Ich-Erzähler, ihr seine Liebe gesteht, verschwindet die junge Frau, die unter Jackpots Besitzanspruch leidet. Der selbsternannte Schriftsteller ist zuerst am Boden zerstört, bis er merkt, dass es sich mit Fanny wie mit der Kunst verhält: Wer sie als einziger besitzen will, verliert sie. In dem naturalistischem Tonfall, der Lenz eigen ist, wird eine Frage verhandelt, die die deutschsprachige Literatur immer wieder beschäftigt: Welchen Preis zahlt, wer für die Kunst leben will? (Florian Oegerli in Viceversa Literatur 11, 2017)

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