Di schöni Fanny

Von: Pedro Lenz

Pedro Lenz’ neuer Mundartroman ist so eindeutig in Olten verortet, dass man fast glauben könnte, die Stadt selbst sei die Hauptfigur. Fast alle erwähnten Bars und Restaurants lassen sich jederzeit besuchen. Di schöni Fanny ist ein klassischer Liebes-, Künstler- und Bildungsroman: drei erfolglose Künstler sind in die gleiche Frau verliebt, in Fanny aus Zofingen. Als Jackpot, der Ich-Erzähler, ihr seine Liebe gesteht, verschwindet die junge Frau, die unter Jackpots Besitzanspruch leidet. Der selbsternannte Schriftsteller ist zuerst am Boden zerstört, bis er merkt, dass es sich mit Fanny wie mit der Kunst verhält: Wer sie als einziger besitzen will, verliert sie. In dem naturalistischem Tonfall, der Lenz eigen ist, wird eine Frage verhandelt, die die deutschsprachige Literatur immer wieder beschäftigt: Welchen Preis zahlt, wer für die Kunst leben will? (foe)

Di schöni Fanny
Drei Künstler und Tagediebe stolpern in dieser tragisch-komischen Geschichte durch das neblige Olten: Jackpot, der erfolglose Schriftsteller, der auf Hunde und Pferde wettet, und die beiden Maler Louis und Grunz, die das Leben und die Schönheit lieben. Ihre Hingabe zur Kunst und zu den kleinen Freuden des Alltags scheint die drei Freunde zu erfüllen. Das Schicksal meint es gut mit denen, die wenig verlangen und viel geben. Doch dann tritt die schöne Fanny in ihr Leben. Allein durch ihre Präsenz bringt Fanny das scheinbar stabile Gleichgewicht der Männerfreundschaft ins Wanken. Mit der Leichtigkeit des Seins ist es bald vorbei. Jeder begehrt Fanny, aber keiner scheint zu verstehen, was Fanny begehrt. (Buchpräsentation Cosmos)

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