À l’amour. À la mort

über À l’amour. À la mort von Tasha Rumley

Tasha Rumley ist Preisträgerin des Prix Atelier Studer/Ganz 2021. Ihr erstes Buch À l’amour, à la mort ist ein Band mit sieben Kurzgeschichten, die vor allem thematisch zusammenhängen: Auf unterschiedliche Arten tritt der Tod ins Dasein der Figuren, die verliebt sind oder geliebt werden (möchten). Der längste Text, « L’Heure morte », ist vielleicht auch der eindrücklichste. Mit der Erzählerin zusammen lernen wir ihre kirgisische Mitbewohnerin Aygul kennen, die im internationalen Genf ein Praktikum absolviert: ihre Art zu kochen, ihre stundenlangen Telefongespräche mit der Mutter, ihre Fortschritte in Französisch, ihre Fähigkeit, gewisse Momente in die Ewigkeit eingehen zu lassen... Man freut sich, «sie sprechen zu sehen und gestikulieren zu hören» und verfolgt, bis der Tod eingreift, mit Vergnügen die aufkeimende, unerwartete Vertrautheit zwischen den beiden jungen Frauen im Spannungsfeld der kosmopolitischen Welt, in der sie sich bewegen, und den Erwartungen des Umfelds, dem sie entstammen. Weder in diesem Text noch in den anderen findet sich die geringste Lust am Morbiden. Tasha Rumley vermag zu berühren mit ihrem Zugang zum Innersten ihrer meist weiblichen Figuren, die man förmlich am Rand des Abgrunds tanzen sieht – eines Abgrunds der sich auflösenden Gewissheiten, der sich zerschlagenden Hoffnungen, des Unbekannten. Doch sie machen sich wieder auf und gehen vielleicht gestärkt aus ihrem Umgang mit den Ereignissen hervor, die sie geprägt haben. (Alain Ausoni, übersetzt von Ruth Gantert)

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