Weit über das Land
Von: Peter Stamm
- S. Fischer, Frankfurt/Main, 2016
Thomas, Familienvater einer schweizerischen Mittelstandsfamilie, verlässt Frau und Kinder und zieht zu Fuss «weit übers Land», ohne Anlass, ohne Ziel. Seine Frau Astrid muss damit fertigwerden, dass sie mit Kindern und Haushalt alleingelassen wird. Zwei Erzählstränge, jener mit Thomas und jener mit Astrid, ergänzen einander so fortlaufend. Sie beginnen sich zu widersprechen, als Thomas in der einen Geschichte gestorben und begraben wird und in der anderen weiterlebt. Zum Rätseln über seine Motive gesellt sich so die Unschlüssigkeit darüber, was nun gilt: Ist er tot, oder lebt er weiter? Der Roman gibt keine Antwort auf diese Frage. Sie überlässt es uns, wie wir die Geschichte enden lassen, und bietet uns ein subtiles Spiel verschiedener Deutungsmöglichkeiten. (dr)