Temps mort
Von: Jérôme Meizoz
- Éditions d'en bas, Lausanne, 2014
In Temps Mort («Tote Zeit», A.d.Ü.) erweckt Jérôme Meizoz das Archiv seiner Tante Laurette V., das in einem Koffer auf dem Familienestrich schlummerte. Es führt zurück zu den sozialen und religiösen Überzeugungen einer jungen Frau, die zwischen 1937 und 1945 im katholischen Jugendverbund der Bauern J.A.C. (Jeunesse Agricole catholique) des Wallis aktiv war. Ein halbes Jahrhundert später entziffert der «alte Junge» zwei handgeschriebene Hefte und erforscht dabei, in welch enges Korsett die Kirche ihre Bewegungen zwängte, um der kommunistischen Propaganda entgegenzuwirken. Gewiss, Laurette V, glühende Verfechterin der Werte der Familie und des «wahren» Glaubens, wurde zur «alten Jungfer». Das Buch zeichnet ein respektvolles Porträt der Jugend dieses «Mensch-Universums», wie die Ethnologen die Träger eines verschwundenen Wissens nennen. (cc, Übers. rg)