Nimm die Alpen weg

Von: Ralph Tharayil

Die Alpen gehören wieder einmal entsorgt – Ralph Tharayils schlankes, poetisches Erzähldebüt Nimm die Alpen weg greift zwar einen der älteren literarischen Topoi aus der Schweiz auf, findet in der Form eines nüchternen, behutsam auf sprachliche Ambiguitäten ausgelegten Langgedichts aber eine neue Sicht auf das Thema. Aus der Perspektive eines kindlichen «Wir» präsentiert der Text in lyrisch abgesetzten, minutiös gearbeiteten Einzelsätzen den Alltag eines Geschwisterpaars einer in die Schweiz migrierten Familie. Eindrücklich entsteht das Porträt eines Aufwachsens in der Enge, bestimmt von Spannungen zwischen Herkunft und neuer Lebensform, zwischen Kinder- und Erwachsenenwelt. (tl)

*Nimm die Alpen weg* erzählt in Bildern die Geschichte einer Kindheit in der Schweiz. Da ist das namenlose Geschwisterpaar, das im Chor spricht. Da ist ein Zuhause mit Ma und Pa, die mit ihren vier Armen wie eine Gottheit erscheinen. Da ist die Geschwindigkeit der Velos, mit denen die Kinder hinaus zu ihren Spielen fahren: zur Telefonzelle, zur Müllhalde, ins Schilf. Und da kommt ein neues Kind in die Klasse und bahnt den Geschwistern einen Weg aus ihrem eigenen, inneren Gebirge. In einer lyrisch-luziden Prosa entwickelt Ralph Tharayil in seinem Debüt eine unvergleichliche «coming of age» Geschichte, die von den Formen und Deformationen der Integrationserfahrung erzählt, und von der Sprache und den Körpern, die sich dieser Erfahrung widersetzen. (Voland & Quist, edition Azur)

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