Nicht bei Trost
Von: Franz Dodel
- Korrespondenzen, Wien, 2019
Das Langgedicht Nicht bei Trost ist ein einzigartiges poetisches Unternehmen. Seit 2002 schreibt Franz Dodel Tag für Tag daran weiter, um festzuhalten, was ihm durch den Kopf geht und in die Schreibhand fließt. »ich suche Streugut / in weglosem Gelände«, heißt es darin einmal. Diese Beiläufigkeit prägt zusammen mit einem rituellen Charakter den Gedankenfluss, im regelmäßigen Takt von abwechselnd fünfund siebenzeiligen Versen. Nicht bei Trost ist kein Tagebuch, es ist ein fortlaufendes, gelassenes Nachdenken über Leben und Tod, Natur und Kultur, das auf über 39 000 Verse angewachsen ist. Die ersten 36 000 Verse sind in einer Kassette mit sechs Bänden nun integral erschienen. (Beat Mazenauer in Viceversa 14, 2020)