Morceaux de prose
Von: Robert Walser, Übersetzung: Marion Graf
- Zoé, Genève, 2008
Robert Walser (Biel, 1878 - Herisau, 1956), dessen Leben derart qualvoll war, dass es beinahe surreal und romanhaft erscheinen mag (fünfundzwanzig Jahre psychiatrische Klinik; der rätselhafte Tod im Schnee in der Weihnachtsnacht während einer seiner bekannten Spaziergänge), wurde vor wenigen Jahren wiederentdeckt und als einer der bedeutendsten und erstaunlichsten deutschsprachigen Autoren des 20. Jh. gefeiert, der, neben drei Romanen, eine Unmenge von Novellen, Erzählungen, kurze und kürzeste Prosastücke geschrieben hat, so die Morceaux de prose [Kleine Prosa], die 1917 zum ersten Mal erschienen. Während in den anderen in jenen Jahren publizierten Sammlungen von Prosastücken Leichtigkeit und Schwere sich noch die Waage hielten, in jenem unverwechselbaren Stil zwischen Ironie und Absurdität, so scheint es, dass die Morceaux jede Situation - und sei sie noch so traurig - in eine Farce, mit einem klaren Hang zum Spott, verwandeln.