Malax
Von: Marie-Jeanne Urech
- Hélice Hélas, Vevey, 2016
Ein Mann in Gehrock und Melone bricht auf der Avenue Malax tot zusammen, inmitten einer Menschenmenge, alle in Gehrock und Melone. Inspektor Jean, der seinen Beruf wählte, um nicht die gleiche Uniform tragen zu müssen wie die andern Bürger der Stadt, versucht nach Leibeskräften mittels der Indizien, die auf dem Opfer im Moment seines Todes gefunden wurden und mittels der Worte, welche die Autorin auf der Seite hinterlassen hat, die Fäden dieser labyrinthischen Ermittlung zu entwirren. Malax, der neue Roman von Marie-Jeanne Urech, lässt die Leserschaft den Boden unter den Füssen verlieren in einer schwarz-weissen, unbeständigen Welt, in der Erscheinungsbild und Name der Personen austauschbar sind. Der Roman vermengt die Gattungsmerkmale des _Roman noir, _nur um diesem Genre umso graziöser zu entfliehen. Nichts scheint ernst in diesem Text, doch die Feder erweist sich als ebenso wunderbar leicht wie äusserst präzise. (rb, Übers. rg)