längst fällige verwilderung

Von: Simone Lappert

Simone Lapperts lyrisches Ich begibt sich auf eine Reise nach innen, Ängste aufspürend und Sehnsüchte nach einem Du, aber auch Erinnerungen und Gefühle aus den Tiefen hervorkramend, die wie »unter dünner jetzthaut« den Widerstand wecken. Das Zwielicht zwischen Angst und Auflehnung, Verhärtung und Offenheit verpuppt sich in einem feinen Gespinst von Bildern und Motiven. Das Ich wünscht sich den wilden Blick der Füchsin am frühen Morgen, mit der »gewissheit, die erste jägerin am platz zu sein«. Erlösung hat die Autorin keine anzubieten, und so bleibt die Schlusszeile (die Variation eines Satzes von Sophie Hunger): »entschuldigung, wo kann ich hier unversehrt scheitern?« – wie ein Fragezeichen in der dünnen Luft dieser intensiv melancholischen Gedichte hängen. (bm)

In Simone Lapperts Lyrik vermoosen Gedanken und leuchtet der Mond siliziumhell. Die Liebe schmeckt nach Quitte, die Katastrophe nach Erdbeeren, und die Dichterin fragt sich, fragt uns: ›sag, wie kommt man noch gleich ohne zukunft durch den winter?‹ Gedichte über Aufbrüche, Sehnsüchte, Selbstbestimmung und die fragile Gegenwart. Alle Sinne verdichten sich, aller Sinn materialisiert sich in diesen Texten voller Schönheit, Klugheit und Witz. (Diogenes Verlag)

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