Ladro di minuzie
Von: Alberto Nessi
- Casagrande, Bellinzona, 2010
Alberto Nessi, 1940 in Mendrisio geboren, gehört zu den bekanntesten und anerkanntesten Autoren der Italienischen Schweiz. Er schreibt sowohl Lyrik als auch Prosa – sein letzter Roman _La prossima settimana, forse _erschien 2008 bei Casagrande in Bellinzona – und präsentiert nun mit diesem neuen Band Ladro di minuzie (Bellinzona, Casagrande) eine Anthologie seines gesamten poetischen Schaffens, angefangen bei seiner ersten Sammlung I giorni feriali (Lugano, Pantarei, 1969) bis zu der jüngsten Se la luce splende, in der er Texte versammelt, die zwischen 2000 und 2009 geschrieben wurden. Auf über 200 Seiten offenbart sich auch einem Neophyten das Profil einer unglaublich kohärenten Stimme, die, über eine Zeitspanne von über 40 Jahren, konstant einen narrativen und glasklaren Stil hervorgebracht hat und die sich nichts entzogen hat, im Gegenteil: sie setzt auf soziales Engagement und "dies einer Menschheit zum Trotzt, die dem Klassenkampf bewusst ist, dennoch nicht für eine geschichtliche Vergeltung bestimmt ist" (Pier Vincenzo Mengaldo). Es gibt viel Natur, vergangene und gegenwärtige, in dieser Sammlung: eine Natur, die dem wahnsinnigen Fortschritt standhält, die aber immer schwächer und instabiler wird. Und es gibt viele Personen aus dem Alltag, die das Wort ergreifen, um über das echte, das gelebte Leben zu sprechen: sie tun dies durch die Feder jenes, der bereits als Student herumging und "lieber in den Wagen der zweiten Klasse als in den Literaturseminarien auf der Suche nach einem Hauch Poesie war".