GRM
Von: Sibylle Berg
- Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2019
Vier Jugendliche aus Rochdale, einer nordenglischen Stadt im post-industriellen Niedergang, sind die Hauptfiguren in diesem Roman. Sie wachsen heran in einer Welt geprägt von Vernachlässigung, Missbrauch und Drogen. In GRM Brainfuck prangert die Autorin in einer virtuosen Sprache sämtliche menschlichen und gesellschaftlichen Übel unserer Zeit an. Analyse und Urteil über das Leben, das sie schildert, liefert sie gleich mit: Schuld sind die Digitalisierung, die neoliberale Wirtschaftsordnung und die «toxische Männlichkeit». So berechtigt Bergs Gesellschaftskritik ist, es kommt einem doch alles daran irgendwie bekannt vor. Die alarmistische Inszenierung des Elends hätte auf 300 statt 600 Seiten eine grössere Wirkung erzielt. (Verena Bühler in Viceversa 14, 2020)