Eurotrash
Von: Christian Kracht
- Kiepenheuer & Witsch, Köln, 2021
In seinem neuen Roman Eurotrash begibt sich der Ich-Erzähler Christian Kracht mit seiner versehrten Mutter auf eine Reise durch die Schweiz und in die eigene Vergangenheit. Der seit Faserland vertraute Sprachduktus entwickelt wieder einen unglaublichen Sog, mit all den Widersprüchen, Übertreibungen und Plattitüden über sich und die Welt seiner Familie in ihrer Nazi- und Kapital-Verstrickung. In und hinter allem scheint nicht nur die eigene Familiengeschichte auf, sondern auch das «maßlose Gedächtnis» der Weltliteratur. Eurotrash kann man als Vergangenheitsbewältigung und gleichzeitig als deren ironische Brechung lesen. (jpk)