Dunkelkammern

Von: Melinda Nadj Abonji, Lukas Bärfuss, Heinz Helle, Hanna Johansen, Gianna Molinari, Adolf Muschg, Monique Schwitter, Peter Weber, Tom Kummer, Michael Fehr, Raphael Urweider, Dieter Zwicky, Stefanie Sourlier, Christian Haller, Michail Pavlovič Šiškin, Katarina Holländer, Joël László

Friedrich Dürrenmatts umfangreiches Projekt Stoffe gibt den Anstoss zu einem Band, worin Autorinnen und Autoren davon erzählen, wie sich Texte aus dem Stoff ihres Lebens herausschälen und Gestalt annehmen. Dies kann manchmal spielerisch leicht geschehen, in Form einer literarischen Erzählung. Manchmal gleicht dieser Stoff aber einer schweren biographischen Bürde, von der sie sich nur unter Schmerzen befreien. Unter dem Titel Dunkelkammern versammelt der Band 17 Beiträge über das «Entstehen und Verschwinden» (so der Untertitel), die in vielen Facetten von der Faszination für Geschichten und Sprache handeln. (bm)

Herausgegeben von Michel Mettler und Reto Sorg

Bedeutende Erzählungen lassen oft Versunkenes wieder aufleben. Doch wer sie liest, weiß zumeist nicht, was die Imagination einer Autorin in Gang gesetzt hat, wodurch ein Autor ins Schreiben kam, wie aus einem Erzählstoff ein literarisches Werk wurde. Jede Geschichte hat ihre je eigene Entstehungs-Geschichte, die zu erzählen lohnt, da ihr oft eine faszinierende Dialektik von Verschwinden und Erscheinen, Erleben und Erzählen innewohnt – wie in Friedrich Dürrenmatts berühmtem Spätwerk der Stoffe, von dem die die Idee zu diesem Band inspiriert ist. Genau hiervon, von den Dunkelkammern der Imagination, erzählen in den siebzehn Originalbeiträgen neue und renommierte Autorinnen und Autoren aus der Schweiz: von den Obsessionen, Bildern und Phänomenen, die nicht zu greifen sind, von denen es aber kein Loskommen gibt, bis sie literarische Form angenommen haben. (Buchpräsentation Suhrkamp Verlag)

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