Die vorletzte Station. Die Chronik Dingy

Von: Ludwig Hohl

Ende 2023 sind im Suhrkamp Verlag fünf sorgfältig edierte autobiographische Texte von Ludwig Hohl aus den 1930er- und 1940er-Jahren in vier Bänden erschienen. Die Hauptfigur in der Erzählung Die vorletzte Station ist allerdings nicht der Erzähler, Hohl selbst, sondern der dionysisch überschäumende, selbstzerstörerische Künstler Georges Mergault, der aus Paris geflüchtet ist, um sich in Dingy, einem Bergdorf nahe Annecy, von einem Zusammenbruch zu erholen. Die einfühlsame Milieustudie von einem Landaufenthalt zweier Bohemiens wirkt in ihrer locker gefügten, humorvoll-bissigen Erzählweise erfrischend lebendig und modern. (jpk)

Herausgegeben im Auftrag der Ludwig Hohl Stiftung von Magnus Wieland. Mit einem Nachwort von Ulrike Draesner

Der nachgelassene Bericht *Die vorletzte Station*, eine Chronik von Ludwig Hohls Aufenthalt im Bergdörfchen Dingy, schildert die reale Begegnung mit Georges Mergault, einer heruntergekommenen ehemaligen Montparnasse-Bekanntschaft. In der haltlosen und kranken Künstler-Existenz Mergaults sieht sich der Erzähler mit einem monströsen Gegenbild seiner Vorstellung vom richtigen Leben konfrontiert und zugleich mit eigenen Abgründen. In einzelnen Episoden, schwankend zwischen Abscheu und unterschwelliger Faszination, entsteht das Porträt einer Figur radikaler Unangepasstheit vor der Kulisse eines skurrilen Dorfalltags. Eine Sozialstudie von zuweilen grotesker Komik. (Suhrkamp Verlag)

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