Ludwig Hohl

1904-1980

Ludwig Hohl wurde als Arnold Hohl am 9. April 1904 im schweizerischen Netstal im Kanton Glarus geboren.1924 änderte er seinen Namen amtlich zu Ludwig. Nach Aufenthalten in Frankreich, Österreich und Holland, wo sein Hauptwerk Die Notizen entstand, lebte er als Schriftsteller über vierzig Jahre in Genf. Ab 1945 beschäftigte Hohl ein Rechtsstreit mit dem Artemis-Verlag um die Publikation des zweiten Bandes der Notizen. Dieser endete für ihn 1951 siegreich vor dem Schweizerischen Bundesgericht. Doch Die Notizen, in die er Jahrzehnte investiert hatte, wurden kaum wahrgenommen. Obwohl Autoren wie Max Frisch, Friedrich Dürrenmatt und Kurt Marti ihn schätzten, kam es erst gegen Ende seines Lebens zu einer gewissen Würdigung durch die Institutionen des Literaturbetriebs. In den 1970er-Jahren gelangte Hohl als Suhrkamp-Autor zu später Anerkennung. 1970 und 1976 erhielt Hohl Preise der Schweizerischen Schillerstiftung. 1975, fast 50 Jahre nach den ersten Entwürfen, publizierte er Die Bergfahrt. 1978 erhielt er den zum 100. Geburtstag Robert Walsers einmalig verliehenen Robert-Walser-Centenar-Preis sowie 1980 den Petrarca-Preis, wobei Peter Handke eine Laudatio hielt. Hohl war fünfmal verheiratet. Der dritten Ehe entstammt eine Tochter. Ludwig Hohl starb am 3. November 1980 in Genf.

Ludwig Hohl Stiftung

Gedichte. Selbstverlag. Konstanz: 1925. Nuancen und Details I und II. Zürich: Oprecht, 1939. Nuancen und Details III. Mit einem Gedenkwort für Albin Zollinger. Genf: Selbstverlag, 1942. Neu-Ausgaben in einem Band: Walter, Olten 1964 und Suhrkamp, Frankfurt am Main 1975. Nächtlicher Weg: Erzählungen. Mit 15 Federzeichnungen von Hanny Fries. Zürich: Morgarten, Zürich 1943. Neu-Ausgabe: (= Bibliothek Suhrkamp, Band 292). Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1971. Neuauflage: ebd. 1986. Weitere Neu-Ausgabe: mit den Zeichnungen und einem Doppelporträtfoto der beiden. Zürich: Strauhof, 2004. Die Notizen oder Von der unvoreiligen Versöhnung. Band 1: I.–VI. Teil. Zürich: Artemis, 1944. Band 2: VII.–XII. Teil. Zürich: Artemis, 1954. Neu-Ausgabe in einem Band (1981): (suhrkamp taschenbuch, Band 1000). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1981; als Taschenbuch: ebd. 1984. Neu-Ausgabe in einem Band (2014): (= Bibliothek Suhrkamp, Band 1483). Suhrkamp, Frankfurt am Main 2014. Vernunft und Güte. Erzählung. St. Gallen: Tschudy, 1956. Wirklichkeiten. Prosa. St. Gallen: Tschudy, 1962. Daß fast alles anders ist. Olten: Walter, 1967; (= Bibliothek Suhrkamp, Band 849). Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1984. Drei alte Weiber in einem Bergdorf. Eine Erzählung. Bern: Kandelaber, 1970. Bergfahrt. (= Bibliothek Suhrkamp, Band 624). Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1975. Von den hereinbrechenden Rändern. Nachnotizen. Und: Nachnotizen, Anmerkungen. Aus dem Nachlaß hrsg. v. Johannes Beringer und Hugo Sarbach. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1986. Und eine neue Erde. hrsg. von J. Beringer. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1990. Mut und Wahl. Aufsätze zur Literatur, hrsg. von J. Beringer. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1992. Jugendtagebuch. Herausgegeben im Auftrag der Ludwig-Hohl-Stiftung von Hugo Sarbach. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1998. Die verläßlichste meiner Freuden. Hanny Fries und Ludwig Hohl: Gespräche, Briefe, Zeichnungen und Dokumente. Hrsg. v. W. Morlang. München: Nagel & Kimche, 2003. (Darin auch: Joseph Gottfarstein, Briefe. S. 361–368). Aus der Tiefsee. Paris , 1926. hrsg. von U. Stadler. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2004. Mitternachtsgesellschaft. Erzählungen. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2005. Es ist schwer, so ins Dunkle zu reden. Briefe an Isak Grünberg 1930–1937. Hrsg. von Rudolf von Bitter. Wädenwil: Nimbus, 2011.