Die Pürin
Von: Noëmi Lerch
- die brotsuppe, Biel, 2015
Die Gehilfin einer Bäuerin, der «Pürin», schreibt alles in ihr kleines Buch auf, was sie womöglich vergessen könnte. Vom Herbst über das ganze Jahr bis wieder zum Herbst schildert sie die Arbeit und das Leben auf dem Bauernhof und erzählt von ihren verstorbenen Grosseltern, als wären sie zugegen. Sie richtet ihre Erzählung an einen Freund, der ohne Abschied verschwunden ist. Die einfach wirkende, rhythmisierte Sprache schafft starke Bilder, die haften bleiben. Konkrete Beschreibungen der Landschaft, des Umgangs mit der Natur und mit den Tieren verflechten sich mit Traumszenen und Erinnerungen zu einem dichten Text, der mit einem Aufbruch endet – ein schönes Debüt. (mk)