Die Pürin

Von: Noëmi Lerch

Die Gehilfin einer Bäuerin, der «Pürin», schreibt alles in ihr kleines Buch auf, was sie womöglich vergessen könnte. Vom Herbst über das ganze Jahr bis wieder zum Herbst schildert sie die Arbeit und das Leben auf dem Bauernhof und erzählt von ihren verstorbenen Grosseltern, als wären sie zugegen. Sie richtet ihre Erzählung an einen Freund, der ohne Abschied verschwunden ist. Die einfach wirkende, rhythmisierte Sprache schafft starke Bilder, die haften bleiben. Konkrete Beschreibungen der Landschaft, des Umgangs mit der Natur und mit den Tieren verflechten sich mit Traumszenen und Erinnerungen zu einem dichten Text, der mit einem Aufbruch endet – ein schönes Debüt. (mk)

Die Pürin
Die Geschichte über eine Pürin und ihre Gehilfin. Die Gehilfin notiert sich alles, was sie nicht vergessen will: von den Kühen, den Hühnern, der Arbeit im Kreislauf der vier Jahreszeiten. Die Pürin merkt an, ergänzt, fragt nach, schliesst den Reissverschluss ihrer Jacke bis unters Kinn. Lässt die Gehilfin machen. Man sieht, wie die Pürin geht. Wie sie kommt, weiss man nicht. Sie ist dann einfach wieder da. Die Gehilfin kehrt jeden Abend zurück in die alte Villa ihrer Grosseltern. Längst wohnt dort niemand mehr, aber auf dem Tisch stehen noch immer die beiden Tassen. Die Gehilfin versucht sich zu erinnern, oder zu vergessen. Wer war der andere, der mit ihr aus diesen Tassen getrunken hat? Und wo ist er jetzt? (Buchpräsentation Verlag die brotsuppe)

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