Die Krume Brot

Von: Lukas Bärfuss

Das Glück bleibt den Armen verwehrt. Adelina, Tochter von italienischen Einwanderern und alleinerziehende Mutter, verdient im reichen Zürich der 1970er-Jahre in schlecht entlohnten Jobs kaum genug zum Leben. Sie hat zwar nie richtig lesen und schreiben gelernt, aber sie ist lebensklug und kümmert sich liebevoll um ihre Tochter. Als Emil um Adelina wirbt, nimmt sie sein Angebot an, aber bald leidet sie unter der Abhängigkeit. Dann verschwindet auf einer Italienreise auf einmal die Tochter. Die Welt bricht zusammen und Adelina verliert ihre Ruhe. Mit präziser, harscher Schonungslosigkeit erzählt Bärfuss von einem glücklosen Leben, das seine Protagonistin trotz allem mit Würde besteht. (bm)

Adelina, Tochter italienischer Einwanderer, arbeitet in einer Zürcher Fabrik, als sie nach kurzem Liebesglück mit einem Kind allein dasteht. Sie verliert die Stelle, die Wohnung, kämpft ums Überleben. In der größten Not lernt sie Emil kennen, einen erfolgreichen Grafiker, der ihre Schulden bezahlt und Adelina mit der kleinen Emma bei sich aufnimmt. Außer an der Liebe fehlt es an nichts. Emil kauft ein Anwesen in den Bergen des Piemont und scheint auf gemeinsames Glück zu hoffen. Aber dann verschwindet das Kind, spurlos. Adelina macht sich auf die Suche, begleitet von einem schweigsamen Unbekannten. Er bringt sie nach Mailand, in eine Kommune, zu Menschen, die an die Revolution glauben und Adelina versprechen, die verlorene Tochter zu finden; sie muss nur bereit sein, sich dem Kampf anzuschließen, und mit ihren Schweizer Papieren über die Grenze gehen, auf eine gefährliche Mission. (Rowohlt)

Mehr zu «Die Krume Brot»