Der Sprung

Von: Simone Lappert

Für einen Moment hält die Welt den Atem an, danach ist nichts mehr wie davor. Auf einem Hausdach am grossen Platz steht eine Frau und droht hinunterzuspringen. Von unten schauen die Menschen hoch, versuchen die Frau zu beruhigen, rufen Schimpfworte in den Himmel oder wundern sich bloss beim Vorübergehen über das Spektakel. In Der Sprung beschreibt Simone Lappert eine kleinstädtische Szenerie mit Menschen, über die sich ein Schatten legt. Eine Reihe von ihnen begleitet der Roman über den Zeitraum von 24 Stunden hinweg. Jede dieser Figuren hat einen Knick im eigenen Lebenslauf. So entwirft Lappert aus unterschiedlichen Perspektiven ein klug orchestriertes Gesellschaftspanorama. (Beat Mazenauer in Viceversa 14, 2020)

Dienstagmorgen in einer mittelgroßen Stadt. Manu, eine junge Frau in Gärtnerkleidung, steht auf dem Dach eines Mietshauses. Sie brüllt, tobt, wirft Gegenstände hinunter, vor die Füße der zahlreichen Schaulustigen, der Presse, der Feuerwehr. Die Polizei geht von einem Suizidversuch aus. Einen Tag und eine Nacht lang hält die Stadt den Atem an. Für Finn, den Fahrradkurier, der sich erst vor kurzem in Manu verliebt hat, bleibt die Zeit stehen. Genau wie für ihre Schwester Astrid, die mitten im Wahlkampf steckt. Den Polizisten Felix, der Manu vom Dach holen soll. Die Schneiderin Maren, die nicht mehr in ihre Wohnung zurückkann. Für sie und sechs andere Menschen, deren Lebenslinien sich mit der von Manu kreuzen, ist danach nichts mehr wie zuvor. Ein lebenspraller Roman über eine eigenwillige Frau und über die Schicksale, an denen wir voreingenommen oder nichtsahnend vorübergehen. Mit Esprit, Sinnlichkeit und Humor erzählt Simone Lappert vom fragilen Gleichgewicht unserer Gegenwart. (Buchpräsentation Diogenes Verlag)