Für eine Frau, die das Reisen hasst, ist sie ganz schön herumgekommen: in Asien, Indien, Nord- und Südamerika, in Israel, wo sie zeitweise lebt, im Kosovo, in England, Frankreich, Italien und sogar im Wallis, wo es, wie sie seither denkt, ständig regnet. Ihre Reisen waren beschwerlich und gefährlich, in Krisengebiete, in tiefes Elend – andere Male, fast schlimmer noch, erfuhr sie die zermürbende Langeweile einer Kreuzfahrt oder des roten Teppichs in Cannes. Den gesammelten Reportagen angefügte «P.S.» ergänzen jeweils Horrorzahlen, wie die Anzahl Terroranschläge, die sich in einem der Länder ereignet haben oder noch erwartet werden. Sibylle Berg erzählt bissig, tieftraurig und ab und zu witzig – und überschreitet nebst Landesgrenzen mit Vorliebe auch jene des guten Geschmacks. (Ruth Gantert in Viceversa Literatur 11, 2017)