Der philippinische Nationalheld José Rizal besucht im Jahr 1886 Deutschland, um sich als Augenarzt weiter zu bilden. Nebenher schreibt er einen Roman und übersetzt Schillers Freiheitsdrama Wilhelm Tell in sein heimisches Idiom Tagalog. Doch dieses Unterfangen erweist sich als tückisch. Zum einen unterscheiden sich die Sprachsysteme stark, zum anderen sperrt sich der urschweizerische Stoff dagegen, in die von Spanien kolonisierten Philippinen transportiert zu werden. Aus den Schwierigkeiten resultiert eine faszinierende Auseinandersetzung über Unterdrückung, Freiheit und Sprache. Der Autorin kommt dabei entgegen, dass sie die philippinischen Verhältnisse gut kennt und Tagalog versteht. (Beat Mazenauer in Viceversa Literatur 11, 2017)