Una specie di canto

über Una specie di canto von Alessandro Martini

Mit diesem Band schließt Martini das Projekt seiner persönlichen Lebenslyrik ab. Im ersten Teil »Primi biografemi« kehrt er zur »menschlichen Zeit« der Kindheit zurück; es folgen die »hagiografisch« überschriebenen Teile »ave Maria« und »im Namen des Vaters«, die den archetypischen Figuren der Mutter und des Vaters gewidmet sind. Indem er »einige Löcher, einige Flicken in Vater Plinios Sack vernäht« hat (eine Anspielung auf Plinio Martinis Il fondo del sacco, dt. Nicht Anfang und nicht Ende, Limmat, 2015), so sagt er, »habe auch ich meinen armen Sack geleert, meinen Flecken berührt«. Lebenswege, Namen und vor allem Lektüren scheinen in »Altri biografemi« auf, die Verse »wie Nüsse und Kastanien« anbieten, in denen Geist, Intellekt, gelehrte Zitate und ironische Kursivschreibung Raum lassen für Randbemerkungen und Fragen, als ob da »kein Leben, oder nicht meines« war. Diese Lyrik des reifen Dichters schaut erneut, aber mit frischen Augen, auf die »gegenwärtige Vergangenheit«, wie der letzte Teil heißt. (Joel F. Vaucher-de-la-Croix in Viceversa 14, 2020. Übersetzung Ruth Gantert)

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