Rues des Gares et autres lieux rêvés entfaltet eine lustvolle Genfer Privatkartographie. Wenn Claude Tabarini Beobachtungen auf einsamen Spaziergängen mit Erinnerungen und Familiengeschichten vermischt, schreibt er ebenso über die Stadt wie über das Vergehen der Zeit. In einem Stil, der an alte Reiseführer denken lässt, besingt er ein sonnenbeschienenes Genf und flicht hier und dort eine spitze Bemerkung ein gegen jegliche Form von Autorität. Das verschmitzte Buch aus kurzen, oft poetischen Prosastücken, feiert das kleine, alltägliche Glück und erhebt die Träumerei in den Rang einer wahren Lebenskunst. (Nathalie Garbely, siehe Fokus «Inventaire des lieux et Rue des Gares et autres lieux rêvés. Deux volets d'un même dialogue littéraire» und Kurzkritiken in Viceversa Littérature 11, 2017)