Quand vos nuits se morcellent

über Quand vos nuits se morcellent von Daniel de Roulet

Daniel de Roulets «Brief an Ferdinand Hodler» möchte erforschen, was hinter den Bildern steckt, welche damals die Betrachter skandalisierten – wie die Zeichnungen, die Hodlers letztes Modell Valentine auf dem Totenbett darstellen. In seinem «vorsichtigen Umgang mit den Tatsachen» rehabilitiert de Roulet die Liebe zwischen den beiden, die am Rande der Konventionen entstanden war und im Schatten einer tödlichen Krankheit gedieh. Er zeigt auf, wie sie den Blick des Malers geschärft und seinen späten Stil verändert hat.
So stichelt der Autor gegen die Moralisten und Politiker, die sich Hodlers Werk bemächtigt und es domestiziert haben. Der Maler ist weit entfernt von einer patriotischen Sicht auf die Schweiz. Er, der so oft mit dem Tod naher Menschen konfrontiert wurde, hat vor allem die Fähigkeit, das Leben bis zu seinem letzten Atemzug einzufangen. Was er mit Valentine auszudrücken vermag, ist «die Kraft einer Liebe, die um ihre Endlichkeit weiss». (Marianne Brun, «Viceversa hat gelesen», 15.05.2018, Übers. rg)

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