Eine neue Sicht auf die Welt wählen, aus der Vogelperspektive, um die Spuren derjenigen zu entdecken, die nicht mehr sind, der Dinge, die verschwinden und die bleiben; ins Halbdunkel eintauchen, um über das Vergängliche zu sprechen - dazu lädt Ugo Petrini in seinem Band ein. In ständig wechselnden Blickfeldern, vom Panorama zu Nahaufnahmen eines Details, gelangt er von Alltagsbildern, die Erinnerung an Abwesende wachrufen und aufzeigen, was sie unverbrüchlich mit der Gegenwart verbindet, zu allgemeineren Visionen des Daseins in der Zeit. Eine höchst elegante, im Konkreten verhaftete Poesie, die aus der Einfachheit und Perfektion der Natur schöpft und das Leben im Entstehen erfasst, wie auch in dem Moment, in dem es sich vollendet: "Schriftrollen zum Überleben / der eigenen Endlichkeit / schreiend einzuprägen / ihre Existenz."
(Carlotta Bernardoni-Jaquinta, Übers rg, "Viceversa Literatur" n. 12, 2018)