Céline Cernys dichte und feinsinnige Geschichten und Line Marquis kontrastreiche Bilder beschäftigen sich ohne Pathos mit dem Tod; Text und Bild treten in den Dialog und schaffen einen Raum, in dem die Lebenden und die Verschwundenen einander antworten, Geschichten erzählen, ihr Lied des Bedauerns singen. Die Autorin und die Künstlerin verleihen der Realität des Todes eine wohltuende, träumerische Dichte. Wir wissen nicht immer, wer spricht, und wenn die Stimmen verwechselt werden, liegt das daran, dass die Grenzen porös sind. Nur die Lebenden haben die Macht, den Toten eine Stimme zu geben, die Konturen ihrer Körper neu zu zeichnen – ein notwendiges Unternehmen, das uns mit denjenigen verbindet, die nicht mehr da sind, und das uns untereinander verbindet. (Claudine Gaetzi in Viceversa 14, 2020. Übersetzung Ruth Gantert)