Noi [Wir] heißt die gewichtige jüngste Publikation von Paolo Di Stefano: drei Buchstaben, ein Pronomen – so dicht und sprachlich vielfältig wie der Titel zeigt sich ein Werk, das mehrere Bücher zu umfassen scheint: von der Saga, die – auch historisch-philologisch – eine Familiengeschichte erzählt, über die Autobiografie in Form einer Chronik, mit Beschreibungen, aber auch sehr persönlichen Bekenntnissen, bis zur Poesie, durch die Stimme des mit fünf Jahren an einer Krankheit verstorbenen Bruders des Ich-Erzählers, Claudio. Sie durchzieht das ganze Buch als grundlegender Bestandteil und ist bezeichnenderweise in Rot gedruckt. Eine bewegende Lektüre. (Yari Bernasconi, Übersetzung Ruth Gantert, in Viceversa 15, 2021)