Weshalb sollte eine junge Frau drei Morde gestehen, die sie nicht begangen hat, und auch später im Hochsicherheitstrakt des Frauengefängnisses nicht auf ihre falschen Aussagen zurückkommen? Für dieses scheinbar absurde Verhalten hat die 59-jährige Psychiaterin Olivia Pfeiffer eine durchaus plausible Erklärung. Sie setzt den bisher unbekannten jungen Journalisten Simon Busche auf die Geschichte an und verhilft ihm damit zu einem viel beachteten Artikel, für den ihm ein Preis als «Journalist des Jahres» winkt – allerdings stürzt sie ihn auch in einige Unbill und wird selbst Opfer eines Verbrechens. Mathias Nincks Kriminalroman überzeugt mit seiner Schilderung des Journalismus zur Zeit der Internetkommunikation und der Sparmassnahmen, in der sich alles um Fun, um Klickzahlen und um «kreatives Kuratieren des Contents» dreht. (rg)