Mädchen für Morris

über Mädchen für Morris von Roman Graf

Zwei Projekte treiben den pensionierten Literaturdozenten Albert Keller um. Erstens möchte er eine Biografie über den von ihm verehrten jungen Schriftsteller Jean Mason schreiben. Und zweitens hält er zwanghaft die Erinnerung an seinen Sohn Morris wach, der mit vierzehn Jahren nach einem tragischen Unfall verstarb, und fantasiert diesem eine Gespielin an die Seite. Die zwei Unterfangen überlagern sich, als Mason überraschend stirbt und Keller dessen Witwe und 12-jährige Tochter kennenlernt. Auf dieses «Mädchen für Morris» hat es der unzuverlässige Ich-Erzähler, der nur seine eigenen Bedürfnisse wahrnimmt, bald selbst abgesehen. Roman Graf macht in seinem dritten Roman hintersinnige Anleihen bei Nabokovs Lolita und treibt ein raffiniertes und kurzweiliges Spiel mit Realität und Fiktion. (Florian Bissig in Viceversa Literatur 11, 2017)

Mehr zu Mädchen für Morris