Le Cri des mouettes

über Le Cri des mouettes von Pier Paolo Corciulo

Der Ich-Erzähler des Romans Adrien erwacht aus dem Koma und erinnert sich an nichts. Das Einzige, was er bei sich findet, ist ein zerknittertes Buch: Alessandro Liparis Gedichtband Journal de bord maritime. Nach einigem Zögern erkennt er, dass die Schrift der Widmung an Lisa seine eigene ist. Davon ausgehend stellen sich die biografischen Zusammenhänge in seinem Gedächtnis allmählich wieder her: Lisa, seine im Sommer 2014 am See tödlich verunglückte Frau, die zusammen mit ihr geführte Buchhandlung, sein Selbstmordversuch – Grund des Spitalaufenthalts –, die Depression und Flucht nach Apulien, auf den Spuren Liparis, des geheimnisvollen Dichters, dem er tatsächlich begegnen wird, Claire, die Frau, die er im Zug dahin kennenlernt ... Le Cri des mouettes lotet das «echte» Leben wie auch die Literatur und ihre Macht aus und erkundet auch moralphilosophische Fragen; dabei überrascht einen der Roman immer wieder aufs Neue. (rw)

Mehr zu Le Cri des mouettes