Im normalen Alltag situierte Schauerkurzgeschichten bilden das Erstlingswerk von Viola Cadruvi. Die Erzählungen sind nichts für Zartbesaitete; schnell lässt die Autorin ihr Personal wegsterben und schickt auch mal eine Mutter auf Amokfahrt. Während die einzige Novelle dieses Bandes etwas ins Pathetische ausartet, liegen Cadruvis Stärken in den Charakterdarstellungen und den oft filmhaften Szenen. Dicht und stimmungsvoll sind die surrealen Texte «Glitta tar glitta» und «La curridra», worin sich eine Person in Schlamm und Meerwasser auflöst beziehungsweise eine Läuferin in die Waldvegetation einverleibt wird. Die unterhaltsamen Geschichten mögen schockieren, ohne aber darüber hinaus zu bedrücken. Unterstrichen wird der Schauercharakter durch die düsteren Illustrationen des Künstlers Jon Bischoff. (Silvana Derungs in Viceversa 15, 2021)