«Wer wagt es, zu sagen, die Schweiz sei schön?» In seinem fünften Roman kommt Nicolas Verdan schlackenlos zur Sache und schlägt der Schweiz die Faust ins Gesicht. Coraline verdient als Coach ihr Geld damit, die Führungsposition ihrer Klienten aufzupeppen. Sie will den Tod ihres Bruders rächen, der Umstrukturierungen bei der SwissPost geschuldet ist. Dafür zerstört sie Esposito, ein hohes Tier in der Firma, indem sie ihn vor den Club der hemmungslosesten Leader im obersten Stock der Zürcher Prime Tower bringt. So kommt ein zynischer und eiskalter Plan Ins Rollen und durchquert man eine Schweiz, deren Gebiet «von einem verdeckten Feind verwüstet» scheint. Überall macht sich die Kultur des kurzfristigen Profits bemerkbar. Das Land hat keine Seele mehr. Der Autor, ein ehemaliger Journalist, belegt seine Kritik mit Zahlen. Die Anklage ist hart – der Roman rabenschwarz. (Marianne Brun, «Viceversa a lu...», Übers. rg)