Kaiser ruft nach

über Kaiser ruft nach von Thomas Heimgartner

Der beste Freund Yves spricht den Nachruf auf Kaspar Kaiser, der leider allzu früh in Nepal verstorben sei. Doch der Tote stört sich schon nach wenigen Sätzen daran, schliesslich ist er selbst von Beruf Nachrufschreiber. Er findet das über ihn Gesagte platt und unkorrekt. Deshalb setzt Kaspar selbst zu einem Lebenslauf an, den er Satz für Satz seinem Freund entgegenhält.
Heimgartners «Nekrovelle» führt die Leser in ein Karussell der Täuschungen und der Missverständnisse. Flott geschrieben und mit Witz porträtiert sie einen «ewigen Jungen». Nicht ideal ausgewogen sind die beiden Hauptteile; während die Hinführung zur vermeintlichen Krise etwas lang und geradlinig verläuft, hätte das erzählerische trompe-l'œil vielleicht noch mehr Überraschungen bereit gehalten. Aber Kaspar will es ja besser machen, wenn er sich nur nicht auch darin täuscht. (Beat Mazenauer)

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