Ferien bei den Grosseltern auf dem Land. Man macht sich Sorgen ob alles gut geht; als krönenden Abschluss ihres Aufenthaltes bereiten die Kinder ein Theaterstück vor. Da, beim Aufschneiden eines alten Kleides, findet die Kusine einen Ehering. Er gehört der Grossmutter und man erfährt, dass sie mit einem anderen Mann verheiratet war.
Abigail Serans dritten Roman legt man nicht so schnell aus der Hand. Er gestaltet sich wie in Logbuch, in dem sich ein freundlicher Bericht des Tagesgeschehens mit der ängstlichen Innensicht einiger Figuren vermischt. So schwankt er zwischen psychologischer Anspannung und stillem Sonnenbad. Trotz Unbeholfenheit und Längen entsteht eine typisch schweizerische, altmodisch-zärtliche Erzählung, die Probleme und Konflikte sorgfältig umschifft. (Marianne Brun, «Viceversa hat gelesen...», 11.05.2017, Übersetzung Ruth Gantert)