Ilma Rakusas neue Gedichte zeigen sich im Clair-obscur einer melancholischen Tonalität. Die Dichterin ist weit gereist in Zeiten und Räumen. Unterwegs nimmt sie Lücken und Veränderungen wahr, spürt Lüften und Düften nach und rührt immer wieder an Erlebtes und Erinnertes. Dabei verrät sie eine hohe Stilsicherheit. Mit ruhiger Klanglichkeit erzeugt sie einen erzählerischen Ton, der die Bilder klar und wahrhaftig aufscheinen lässt. Doch trügt der Schein gerne, in der Ruhe lauern feine Verschiebungen, subtile Abbrüche. (Beat Mazenauer in Viceversa Literatur 11, 2017)