Wenn «die Zeit knapp wird», denken wir darüber nach, was vor uns unternommen wurde, um den Tod zu vertreiben. So spiegelt sich im Werk von Enzo Pelli die Gewohnheit seiner Mutter, Familienfotos aufzubewahren, in den Gedichten und Gemälden wider, die abwechselnd versuchen, die Erfahrung durch das Zeichen zu erweitern.
Ein solches Unterfangen richtet sich gegen die «kurze Zeit» der Moderne, welche die Erinnerung an flüchtige Erfahrungen auszulöschen pflegt, wie den allgegenwärtigen Konsum von Bildern über Bildschirme, hinter denen sich die Familie in einem beruhigenden Alltag versteckt.
Doch in Pellis einfachem und sicherem Stil offenbart sich hinter dem Geflecht aus leichten Reimen und Assonanzen bald eine unermüdliche Suche nach einem Anderswo und einem Sinn der Existenz, die auch visuell durch die Kraft des Bildzeichens evoziert wird. Die «Hecke», die an Leopardis berühmtes Gedicht erinnert, ist jedoch «niedrig», und das mögliche Geheimnis wird oft durch den Einbruch der jede «kurze Illusion» auslöschenden Moderne vernichtet. (mfu, Übers. rg)