Eine Erzählung im Sinne einer «Story» darf nicht erwarten, wer Dieter Zwickys schön gestaltetes Buch aufschlägt. Und doch kristallisiert sich ein Muster aus dem scheinbaren Wildwuchs des Textes: Das eigenwillige Porträt eines «realen» Vaters aus dem schweizerischen Hemmental kontrastiert mit einer anderen Version des Vaters als Auswanderer in Argentinien und Besucher Uruguays. Metaphysische Fragen treffen dabei auf eine deftige Sinnlichkeit. Kraftvoll und genau evoziert der Erzähler, was man riecht, hört, fühlt, schmeckt und sieht. Seltsame Tiere wie das «beerensüchtige Namibwiesel» tauchen immer wieder auf. «Unsäglich fremd», faszinieren sie dennoch oder gerade deshalb, bringen zum Staunen, Lachen und Nachdenken und werden so zu Figuren von Zwickys Text. (Ruth Gantert in Viceversa Literatur 11, 2017)