In ihrem ersten Roman begibt sich Sarah Tschopp, die auch Übersetzerin ist, auf Augenhöhe eines Kindes. Sie stellt Alltagssplitter ins Zentrum (das Bad, das Zusammensetzen eines Puzzles, der Besuch zum Essen bei einer Freundin) und erzählt dabei, wie ein kleines Mädchen sich Dramen wie die Krankheit der Mutter und bedrohliche Lebensentscheidungen der Erwachsenen vom Leib zu halten versucht. Der «Drang nach kleinen Freuden» des Mädchens erlaubt der Erzählerin, die nötige Distanz zu wahren und Pathos zu vermeiden. Der geschmeidige, allerdings manchmal auch etwas künstliche Stil hält die Gefühle geschickt auf Distanz. Die doppelte Erzählzeit ist hingegen nicht ganz geglückt. Der «erwachsene» Teil mag notwendig sein, um die Auswirkungen dieser Dramen zu erfassen, doch fehlt es ihm an Zusammenhang und Stringenz. (Marianne Brun, Übers. rg)