Doppelleben

über Doppelleben von Alain Claude Sulzer

»Doppelt« leben Jules und Edmond de Goncourt im 19. Jahrhundert: Sie wohnen zusammen in Paris, nehmen gemeinsam am kulturellen Leben teil, schreiben sogar zu zweit Tagebuch und Romane. Ein »Doppelleben« führt ihre Haushälterin Rose: Die treue, pflichtbewusste, scheinbar farblose Dienerin hat einen Geliebten, wird schwanger und gebiert ein Kind, das zu ihrer Verzweiflung bei einer Amme stirbt, ist rasend eifersüchtig und lässt sich ausnützen, wird zur Alkoholikerin und schließlich zur Diebin – dies alles völlig unbemerkt von den beiden feinsinnigen Herren. Minutiös wie ein Autor des 19. Jahrhunderts beschreibt Alain Claude Sulzer den »blinden Fleck« im Auge seiner Protagonisten, den Schrecken eines zweifachen Todes und der unausweichlichen Einsamkeit. (Ruth Gantert in Viceversa 17, 2023)

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