Diari giapunais ist das zweite Buch des Sprachakrobaten und Musikers Benedetto Vigne. Es enthält 111 rätoromanische Haikus, die in den letzten Jahren entstanden sind. Vigne experimentiert mit der dreizeiligen Miniaturpoesie des Haikus im Romanischen, genauer gesagt in der Standardsprache Rumantsch Grischun. Er variiert dabei die japanischen Haikuregeln, indem er die traditionellen jahreszeitlichen Naturbetrachtungen, die durch Sparsamkeit, Konzentration, Präzision und Suggestivität bestechen, ganz eigen interpretiert. Er greift Alltägliches, Zeitgeschehen oder zufällige Banalitäten auf, rezykliert vergessene Sprichwörter, wagt Kommentare, Paraphrasen oder Epigrammatisches und lässt Kindheitserinnerungen aufleben. (Esther Krättli in Viceversa 11, 2017)