Chronique de la Côte des Neiges

über Chronique de la Côte des Neiges von Amélie Plume

In ihrem neuen Roman überquert Amélie Plume den grossen Teich und entführt den Leser nach Québec, dem Land vergangener, vor allem aber heutiger Abenteuer. Die Protagonistin zieht zum neuen Mann ihres Lebens, einem Schweizer Konsul in Montreal, und findet sich in einem Land voller Indianer, Kanada-Schweizer und Immigranten wieder. Mit der für sie typischen sparsamen Sprache geht die Autorin die grossen existenziellen Abenteuer an: Exil, Liebe, Hingebung. Konzis und detailgetreu präsentiert sich die Geschichte Québecs wie ein Bilderbuch («Vor den grossen Entscheidungen ihres Lebens hat Marguerite (Bourgeois) immer auf ein Zeichen der Jungfrau Maria gewartet. Sie wartet, es kommt, das bedeutet Ja»). Spannende Begegnungen werden treffend beobachtet und sorgen für ein faszinierendes Porträt von Québec im Stil einer leichten Reportage, die etwas zu Lasten einer raffinierten Geschichte geht. Chronique de la Côte des Neiges: Der Titel trifft zu, denn es sind die Begegnungen und Ereignisse des Alltags, welche die Erzählung zu einer eleganten Chronik der Betrachtungen zusammenschweissen.

(Dominique Hartmann, Viceversa 1, 2007, Übersetzung von Beat Steinmann)

Mehr zu Chronique de la Côte des Neiges