Der kurze Band Binomio fantastico befasst sich mit einer Mutter-Tochter-Beziehung. Er balanciert als schwierige «Familienchronik» zwischen anhaltendem Schmerz und dem Leben, das weitergeht. Die Prosagedichte des ersten Teils kreisen um die (fehlenden?) Fixpunkte der Kindheit, früh geprägt vom jähen Tod des Vaters. Der zweite Teil, Stanze, besteht aus elf rätselhaften poetischen Bildern eines alten Hauses, in dem ein Kommen und Gehen herrscht, und in das die Familie gewungenermassen zieht. Der dritte Teil, Nelle misure prigioniera, stellt sich der Krankheit und dem Tod der Mutter, abschliessende Phase einer Loslösung, die schon immer im Gange war. Prägnant, unterkühlt, schonungslos und doch behutsam skizziert die Autorin die «unantastbare Schwelle», die die beiden Figuren gleichzeitig trennt und verbindet. (lc, Übers. rg)